Fördergelder für die Sanierung des historischen Rathauses

von S Punkt Online

Regierungspräsidentin Anna Katharina Bölling überreicht Förderbescheid über 4.1 Millionen Euro anlässlich des Baustarts

Lage.

Es ist ein prägendes Objekt in der Lagenser Innenstadt, direkt am Markplatz – das historische Rathaus. 1863 erbaut und durch einen Anbau aus den 1960ziger Jahren erweitert, fungierte es viele Jahrzehnte als Verwaltungssitz der Stadt Lage. Durch den Neubau des Lagenser Forums hatte das Gebäude 2018 seine Funktion als Verwaltungsgebäude verloren. Lediglich das Standesamt hatte bis vor kurzem noch seinen Sitz dort und die Fraktionen und einige Vereine nutzten weiterhin Räumlichkeiten.

Ziel ist, dem Gebäude, welches unter Denkmalschutz steht, neues Leben einzuhauchen. Aus dem ehemaligen Amtssitz soll durch Umbau und Renovierung ein „Haus der Stadtgesellschaft“ entstehen. Im vierten Versuch ist es gelungen, Fördergelder für das Bauvorhaben einzuwerben.

Regierungspräsidentin Anna Katharina Bölling war zum Baustart nach Lage gekommen, um Bürgermeister Matthias Kalkreuter einen Förderbescheid über rund 4,1 Millionen Euro für das rund 5,4 Millionen umfassende Bauprojekt zu überreichen. Es handelt sich um finanzielle Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie Mittel des Bundes und des Landes NRW im Rahmen des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK).

Die Umbauarbeiten, die in den Händen des Planungsbüros Rimkeit und Wendler liegen, erfolgen auch in Abstimmung mit der Denkmalbehörde. Andreas Rimkeit berichtete, dass es sich für die Planer um ein besonderes Projekt handele. „Unsere Aufgabe ist es, uns zurückzuhalten. Wir wollen dem Gebäude die Schönheit zurückgeben und das Denkmal für die Zukunft aufstellen“, stellte der Architekt bei der Vorstellung des Projekts heraus.

„Die Fassade wird sich nicht verändern, lediglich der Anbau wird abgerissen und durch einen neuen modernen Anbau ersetzt, der einen Kontrast zum Gebäude darstellen wird“, ergänzte Thorsten Paulussen die Pläne.

Um die Sanierungsbedarfe festzustellen, war das Mauerwerk vorab auf Schwachstellen untersucht worden. Auch das Dach bedarf einer Sanierung. Energetisch wird das Gebäude neu aufgestellt, unter anderem erfolgt der Einbau einer Wärmepumpe.

Bürgermeister Mattias Kalkreuter dankte allen, die sich für das Vorhaben eingesetzt haben und berichtete, dass Rat und Verwaltung sich Gedanken gemacht hätten, wie dem historischen Rathaus, welches geschichtlichen Wert für die Stadt Lage besitze, neues Leben eingehaucht werden könnte. „Durch den Umbau zum „Haus der Stadtgesellschaft“ können wir das Gebäude an die Menschen in Lage zurückgegeben“, legte er dar und zeigte auf, dass die neuen Räumlichkeiten auch für Vereine, zum Beispiel die AWO, offenstehen werden.

Regierungspräsidentin Anna Katharina Bölling, die sich auch in das Goldene Buch der Stadt Lage eintrug, hob hervor, dass durch die Renovierung des historischen Rathauses ein integrativer Ort in der Lagenser Innenstadt geschaffen werde. „Der Zustand in unserer Gesellschaft ist nicht gut. Ich mache mir Sorgen um die Demokratie. Begegnungsorte sind wichtig für das Miteinander und den kulturellen Austausch der Menschen. Wo Menschen miteinander im Gespräch sind, haben Hass und Hetze wenig Chancen“, betonte sie.

Foto: Regierungspräsidentin Anna Katharina Bölling (5.v.l.) überreicht Bürgermeister Matthias Kalkreuter (4.v.l.) den Förderbescheid für Umbau des historischen Rathauses in Anwesenheit der politischen Vertreter/innen (v.l.n.r.) Monika Kuhlmann (3. stv. Bürgermeisterin), Rudolf Stölting (1.stv. Bürgermeister), Martina Hannen (FDP-Fraktion) sowie Hans Hofste (SPD-Fraktion), Frederik Topp (CDU-Fraktion) sowie 1. Beigeordneter Thorsten Paulussen (2. v. r.) und Andreas Rimkeit (3.v.r.) und Lulzim Maliqi (1.v.r.) vom Planungsbüro Rimkeit und Wendler