Grusellesungen in der Innenstadt
von S Punkt Online
Der Förderverein Stadtbücherei lädt zu Lesetour durch die Innenstadt ein
Lage. Am 15. November trafen sich auf Einladung des Fördervereins Stadtbücherei Lage rund 50 Personen, um an einer Grusellesung teilzunehmen. Vier Krimiautorinnen und -autoren aus der Region lasen an vier verschiedenen Orten der Innenstadt. Geführt von den Gruselguides Madeleine Biermann, Elisabeth Knuth, Klaus Landrock und Margarete Wißmann wurden die Teilnehmenden in Gruppen aufgeteilt und von Leseort zu Leseort geführt.
„Mit schwarzem Humor begegnen wir dem November-Blues.“, begrüßte Madeleine Biermann, Vorstandsmitglied des Vereins, die Gäste im Bürgerhaus. „Wir servieren Ihnen ein Vier-Gänge-Menü krimineller Kurzgeschichten. Natürlich gibt es auch ein Dessert in Form eines gemütlichen Beisammenseins.“
Andrea Gehlen, Kinderbuchautorin aus Bielefeld, las die Geschichte „Blaues Wunder“ im Bürgerhaus. Als ein schüchterner Versicherungsangestellter eine Fitnesstrainerin kennenlernt, ahnt er noch nicht, dass sie eine Serienmörderin ist. Sie hingegen weiß nicht um sein familiäres Geheimnis, das ebenfalls wenig gesundheitsförderlich ist. Und was man sich unter „Bier-Yoga“ vorstellen muss, wird auch noch geklärt.
Im Fotostudio Flentge erwarte der Oerlinghauser Krimiautor Joachim H. Peters nacheinander die vier Gruppen und trug die Geschichte „Armer Kevin“ vor. Verhinderung von Straftaten zum Nachteil von Senioren war eine der letzten Aufgaben von Joachim H. Peters bei der Kriminalprävention. So etwas prägt. Aber wer Peters kennt, der weiß, dass die ganze Sache für die Enkeltrickbetrüger nicht so glattlaufen wird, wie sie es sich vorgestellt haben.
Im historischen Rathaus erwartet die Gäste ein „Mordsgewinn“, gelesen von Maren Graf, die im Hauptberuf Lehrerin ist. Die Paderborner Krimiautorin, die auch für ihre Kinderbücher bekannt ist, entführte ihr Zuhörerinnen und Zuhörer im Sitzungssaal des historischen Rathauses. Mit viel Spannung und Charme präsentierte sie ihre humorvolle Kurzgeschichte, in der Rentner Heiner Hänsch doch einen eher ungewöhnlichen Gewinn erhält.
Jan Bobe trug „Die Stille Nacht oder Der Profi" im Alten Gefängnis, dem Vereinsheim des Lippischen Heimatbundes, Ortsgruppe Lage, vor. Als ehemaliger Polizeibeamter weiß Jan Bobe, dass es „das“ perfekte Verbrechen nicht gibt, lässt aber seinen Protagonisten in dem Glauben. Doch das Schicksal, in Form einer Polizeikontrolle macht ihm einen Strich durch die Rechnung, denn der Schuss aus einer Dienstwaffe beendet das ganze Projekt auf unrühmliche Weise.
Die teilnehmenden Zuhörerinnen und Zuhörer amüsierten sich über die Geschichten, unterhielten sich angeregt über das Gehörte während sie von Leseort zu Leseort zogen und hatten – so die Rückmeldung vieler – einen tollen Abend.
Im Bürgerhaus sorgte der Förderverein dann für einen gemütlichen Ausklang mit heißem Punsch, belegten Broten und vielem mehr.