Konzentration der offenen Kinder- und Jugendarbeit am Jugendzentrum HoT am Werreanger abgelehnt
von Peter Thiele
Lage. In der Sitzung des Rates der Stadt Lage vom 14. Juli 2026 hat eine Mehrheit aus SPD, Grünen, FDP und Linken den Bündelungsbeschluss zur Konzentration der offenen Kinder- und Jugendarbeit am Jugendzentrum HoT am Werreanger abgelehnt – obwohl Jugendliche, Fachkräfte und Verwaltung geschlossen dafür eingetreten sind.
Das Ergebnis der Ratssitzung ist paradox. Die Kündigung des Mietvertrags für das Jugendcafé in der Langen Straße wurde beschlossen, das Café wird also schließen. Den entscheidenden Bündelungsbeschluss hat die Ratsmehrheit jedoch verweigert. Die Verwaltung hat damit kein Mandat, die Jugendarbeit am HoT zu stärken.
Dabei war genau dieser Bündelungsbeschluss das Herzstück der Vorlage. Derzeit ist die offene Jugendarbeit in Lage auf zwei Standorte und fünf Betriebstage pro Woche zerfasert: Montag und Donnerstag im HoT, Dienstag, Mittwoch und Freitag im Jugendcafé. Für diese fünf Tage an zwei Standorten stehen insgesamt nur 1,5 Vollzeitäquivalente zur Verfügung. Gleichzeitig gilt die Voraussetzung, dass pro Öffnung mindestens zwei Personen anwesend sein müssen. Mit 1,5 Stellen auf zwei Standorten ist das strukturell kaum dauerhaft abzusichern; ein Krankheitsfall kann eine ganze Einrichtung lahmlegen. Im HoT, wo weitere Mitarbeitende im Haus sind, wäre das abgepuffert. Die Verwaltung bestätigt ausdrücklich, dass durch eine Bündelung am HoT die Räumlichkeiten früher geöffnet und die Öffnungszeiten insgesamt ausgeweitet werden könnten. Das ist kein Sparargument, das ist ein Qualitätsargument.
Die Mitarbeitenden des HoT leisten seit Jahren hervorragende Arbeit. Sie kennen ihre Zielgruppen, haben belastbare Beziehungen zu den Jugendlichen aufgebaut und wissen, was in Lage gebraucht wird. In der Jugendarbeit sind es nicht Gebäude oder Adressen, die Jugendliche halten, sondern Fachkräfte und die Beziehungen, die über Zeit gewachsen sind. Genau deshalb war der Bündelungsbeschluss so wichtig. Stattdessen bleibt der Übergang der Angebote ans HoT ungeklärt, die Verwaltung hat kein Mandat, die Bündelung umzusetzen.
Wer wirklich im Interesse der Jugendlichen handelt, folgt ihrer eigenen Einschätzung und der Expertise der Fachkräfte. Die Jugendlichen haben sich klar für das HoT ausgesprochen, die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter ebenfalls. Die Verwaltung hat unmissverständlich erklärt, dass keine Mittel für den dauerhaften Betrieb zweier Standorte zur Verfügung stehen. Eine weitere Verzögerung nützt niemandem.
Die CDU-Fraktion wird das Thema in der nächsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses erneut auf die Tagesordnung setzen. Wir fordern einen verbindlichen Umsetzungsbeschluss zur Bündelung der Jugendarbeit am HoT mit klarem Zeitplan und Planungssicherheit für die Fachkräfte. Die Jugendlichen in Lage haben eine klare Ansage gemacht. Es ist Zeit, dass der Rat ihnen zuhört.
Die CDU-Fraktion Lage steht für eine Kommunalpolitik, die unbequeme Fragen stellt und trotzdem Verantwortung übernimmt, wenn es darauf ankommt.