Weiteres Projekt des Hochwasserschutzes startet
von Peter Thiele
Erster Bauabschnitt zur Renaturierung der Werre im Bereich Schulzentrum Werreanger beginnt
Lage. Im Bereich des Schulzentrums Werreanger starten demnächst die Arbeiten zur Werre-Renaturierung und zum Hochwasserschutz. Bis Ende Februar wird die Baustelle eingerichtet und das Baufeld geräumt. Danach werden die Arbeiten beginnen.
Vor neun Jahren begannen die ersten Planungen für das nun anstehende Gesamtprojekt des Hochwasserschutzes für Lage mit Informationsveranstaltungen und einer Öffentlichkeitsbeteiligung. Seitdem begleiten die Mitarbeitenden des Ing.-Büros Sönnigsen&Weinert die Stadt Lage bei den weiteren Planungen.
Mit der Renaturierung und dem Hochwasserschutz der Werre im Bereich Schulzentrum Werreanger startet nun das bedeutende Gesamtprojekt für die Stadt Lage. Nachdem die Konzepterstellung und die Planungen fertiggestellt waren und im Herbst 2025 die nötigen Genehmigungen, eine Förderzusage der Bezirksregierung sowie die Ausschreibung gefertigt waren, konnte im Dezember 2025 der Auftrag zur Umsetzung an die Firma Böwingloh & Helfbernd GmbH aus Verl vergeben werden.
Die Gesamtmaßnahme beinhaltet insgesamt acht Einzelmaßnahmen entlang des Flussverlaufs der Werre. Es werden unter anderem zwei blaue Klassenzimmer mit Probeentnahmestelle, Pegel und Messtechnik entstehen. Das Wehr der Firma Pfeifer & Langen erhält eine Umgehungsgerinne für Hochwasser, welche gleichzeitig als Fischaufstieg dient, wenn die Werre angestaut wird. Oberhalb des Wehrs erfolgt die Sicherung des Bahndamms in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn. Um den Wasserdruck auf den Bahndamm zu reduzieren, entsteht ein neuer Nebenlauf. Zwischen der Werre und dem neuen Wasserlauf wird eine Insel angelegt, die auch als Rückzugsort für Tiere dient.
Die Brücken am Freibad und Richtung Ottenhauser Straße sind dringend sanierungsbedürftig. Die Holzbrücke über die Werre wurde bereits abgerissen und durch eine Behelfsbrücke des THW´s ersetzt. Die neuen Brücken haben eine größere Spannweite, lassen Fuß- und Radverkehr zu und können bei Hochwasser überflutet werden, ohne Schaden zu nehmen.
Im Bereich der Stadtwerkebrunnen (Pivitsheider Straße) wird die Verrohrung eines Gewässerzulaufs aus dem Bereich Dorfstraße aufgenommen und naturnah umgestaltet. Die mit Abstand größte Einzelmaßnahme ist der neue Werre-Verlauf im Bereich Armkamp (zwischen Schulzentrum Werranger und Ottenhauser Straße). Die Werre erhält hier ein neues Flussbett, während der Altverlauf nur noch im Hochwasserfall Wasser führt. Insgesamt werden hier 10.000 m³ Boden bewegt. Nach Abschluss der Arbeiten sind ca. 6.000 m³ zusätzlicher Retentionsraum entstanden.
Für die Arbeiten werden immer wieder Sperrungen rund ums Schulzentrum erforderlich sein. Die erste Sperrung betrifft den Bereich zwischen der Breiten Straße, vorbei am Wehr von Pfeifer & Langen, bis kurz vor die Behelfsbrücke des THW. Die Wege entlang der Werre können auch fußläufig nicht passiert werden. An der Breiten Straße wird neben dem Jugendzentrum eine Baustellenausfahrt eingerichtet. Um Konflikte zwischen Baustellenverkehr, Radfahrern und Fußgängern zu vermeiden, erfolgen Sicherungsmaßnahmen im Gehwegbereich.
Parallel zu den Baumaßnahmen des ersten Bauabschnitts laufen die Planungen und Vorbereitungen für den zweiten Bauabschnitt zwischen Breite Straße und Stauffenbergstraße (Feuerwache). In diesem Bereich steht der Schutz der Bebauung an der Werrestraße und Kampmannsweg sowie die Erlebbarkeit des Wassers im Vordergrund. Auch hier werden Brücken erneuert und der Verlauf der Werre naturnah ausgebildet.
Die Baukosten für den startenden ersten Bauabschnitt oberhalb des Schulzentrums Werreanger belaufen sich auf insgesamt 1,1 Mio. €. Die ausführende Firma plant die Arbeiten bis Ende 2026 abzuschließen. Die Maßnahme wird mit rund 500.000 Euro durch das Land NRW gefördert.
Foto: Informierten über den beginnenden ersten Bauabschnitt zur Renaturierung der Werre im Bereich Werreanger (v.l.n.r.) Sven Anders (Teamleiter Stadtentwässerung, Wasserwirtschaft), Uwe Schebaum (bauausführendes Unternehmen Böwingloh & Helfbernd, Verl), H. Bruschinsko und S. Wehe (Planungsbüro Sönnichsen&Weinert, Minden), Brigitte Hermann (Vorsitzende Betriebsausschuss), Hans Hofste (Hans Hofste (Vorsitzender Bau- und Planungsausschuss), Gerd Bicker (Vorsitzender Ausschuss für Klimaschutz und Umwelt) und Bürgermeister Matthias Kalkreuter.